Studie: AA Vision

Studie: AA Vision

26. Januar 2019 0 Von Marcel Odenthal

Die Auto Show in Detroit hat Mercedes-Benz 1996 nicht von ungefähr für die Präsentation eines ganz bestimmten Konzeptfahrzeugs gewählt: Nordamerika bietet den größten Markt für komfortable Geländewagen. Das Unternehmen ist sicher, mit einem eigenen Sport Utility Vehicle (SUV), wie diese Fahrzeugkategorie auch genannt wird, wichtige Impulse setzen zu können – und enthüllt in Detroit die AA Vision. Es ist in Detroit ein offenes Geheimnis: Das Auto gibt einen sehr konkreten Vorgeschmack auf die M-Klasse, die schließlich von 1997 an produziert wird.

Fakten:

  • Fahrzeug: AA Vision
  • Vorstellung: Januar 1996
  • Ort: North American International Auto Show, Detroit
  • Zielsetzung: Sport Utility Vehicle mit großem Fahrkomfort für anspruchsvolle Kunden
  • Autotelefon mit Freisprecheinrichtung und Bedienung über Lenkradtasten

AA – die Abkürzung steht für „All Activity“ und umreißt das Einsatzspektrum des Autos. Ob Asphalt oder Gelände, Stadt oder Land, Beruf oder Freizeit – die AA Vision ist jeder Situation gewachsen. Konstruiert wird sie von Teams in Deutschland (Sindelfingen) und in den USA (Irvine/Kalifornien). Heraus kommt ein Fahrzeug, das sich deutlich unterscheidet von den bisherigen, meist auf Nutzfahrzeugen basierenden SUV, mit entsprechend mäßigem Komfort und Fahrverhalten. Künftige Kunden sind anspruchsvoller, weiß Mercedes-Benz aus internationalen Markt­untersuchungen. Die AA Vision ist konsequent darauf ausgerichtet.

Sie verabschiedet sich vom klassischen „Two Box“-Design bisheriger SUV. Ihre Karosserie wirkt wie aus einem Guss und entspricht ganz der Design-Philosophie des Hauses – inklusive einer guten Portion Dynamik. Die Front mit geneigten Scheinwerfern und dem markanten Stern wirkt eigenständig, modern und ist doch ganz eine Mercedes-Benz Front. Mit ihren breiten Kotflügeln wirkt die AA Vision stämmig und widerstandsfähig. Die Karosserie hat nicht nur Stil, sondern ist gleichzeitig funktional, beispielsweise ermöglichen die kurzen Überhänge an Front und Heck steile Böschungs­winkel im Gelände. Viel Wert wurde auch auf eine gute Aerodynamik gelegt, um den Treibstoffverbrauch zu senken und Windgeräusche zu vermindern.

Die AA Vision ist auf Freizeitaktivitäten ausgerichtet. Ein Dachträger­system nimmt Fahrräder, Surf- oder Snowboards auf. Der hintere Stoßfänger enthält eine versenkbare Anhängekupplung. Die Hecktür des Konzeptfahrzeugs trägt das Reserverad – und eine Besonderheit: Lautsprecher der anerkannten Marke Bose, die gedreht werden können, um außerhalb des Autos Musik zu hören. Der Innenraum ist variabel ausgelegt und bietet viel Stauraum für weitere Ausrüstung und Gepäck. Zwei Sonnendächer sorgen für Frischluft und freie Sicht nach oben. Ein Navigationssystem hilft bei der Orientie­rung im Gelände und in der Stadt. Das Autotelefon wird über Lenkradtasten bedient, das Mikrofon der Freisprecheinrichtung befindet sich in der Sonnenblende.

Der Sicherheitsstandard ist, wie bei Mercedes-Benz üblich, hoch. Die Karosseriekonstruktion auf einem Starrrahmen schützt die Passagiere und ist zudem verträglich für andere Verkehrsteilnehmer ausgelegt. Neben zwei Front-Airbags hat die AA Vision zwei Seiten-Airbags – 1996 noch keinesfalls selbstverständlich. Ein Antiblockiersystem sorgt für sicheres Bremsen. Das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP® hält das Fahrzeug in kritischen Situationen innerhalb der physikalischen Grenzen auf der Straße.


Ein Novum ist der permanente Allradantrieb der AA Vision, der das Fahrzeug zu einem echten Geländewagen macht: Er wird von Elektronik gesteuert, die mangelnden Grip an einem Rad erkennt und das Drehmoment so auf die übrigen Räder verteilt, dass stets optimale Traktion erzielt wird. Im Gegensatz zu vielen SUV hat die AA Vision rundum Einzelradaufhängung, was für guten Federungskomfort sorgt.

Technische Highlights:

  • Elektronisch gesteuerter Allradantrieb
    Serieneinführung 1997 unter dem Namen 4ETS in der M-Klasse (W 163)
  • Variable Inneneinrichtung
  • Zwei Sonnendächer
  • Navigationssystem

Denn die AA Vision ist auch als bequemes Alltagsfahrzeug ausgelegt, sie ist ein Partner beim Flanieren, Einkaufen und Reisen. Mercedes-Benz weiß, dass ein solch universell nutzbares Fahrzeug Maßstäbe setzen wird. Es reicht weit über das hinaus, was bisherige konventionelle SUV bieten.
Die AA Vision ist nah an der Realität: Das Konzeptfahrzeug wird von 1997 an als M-Klasse produziert, und zwar in Tuscaloosa/Alabama, USA. Mehr als zwei Drittel der Komponenten stammen aus Nordamerika, Motoren und Getriebe kommen aus Deutschland. Damit ist die M-Klasse gleichzeitig Repräsentant eines global agierenden Unternehmens.

Prospekt

Quelle: Daimler AG & Prospekte in Kooperation mit Oudemercedesbrochures von Gerrit