Sprinter: Ein Klassiker der Moderne – fast 25 Jahre Sprinter

Sprinter: Ein Klassiker der Moderne – fast 25 Jahre Sprinter

11. Februar 2019 Aus Von Marcel Odenthal

Von Beginn an ist der Sprinter einer wie keiner: Kurzhauber, traktionsstarker Hinterradantrieb, zeitlos-moderne Optik, ein geräumiges Fahrerhaus, eine umfangreiche Motorenpalette, die ein gleichermaßen kraftvoller wie sparsamer neuer Direkteinspritzer-Dieselmotor krönt.

Mercedes-Benz Sprinter Typ 208 D Pritschenwagen, 1995

Und als erstes Nutzfahrzeug des Konzerns trägt er einen Namen statt Kürzel oder Ziffernkombination. Damit bleibt er freilich nicht lange allein: In einem beispiellosen Kraftakt starten mit Sprinter und bald darauf Vito, Vario, Actros und Atego innerhalb von 36 Monaten komplett neue Transporter und Lkw in allen Gewichtsklassen. Sie bilden, wenn auch inzwischen sämtlich grundlegend weiterentwickelt oder gar völlig erneuert, bis heute das Rückgrat der Nutzfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz.

Der Sprinter marschiert mit dem Start der Produktion im Januar 1995 aber nicht nur bei dieser großen Produktoffensive voran, er tritt zugleich in große Fußstapfen. Denn er folgt auf den Transporter T1, intern nach seinem ersten Fertigungsstandort in Norddeutschland auch als „Bremer“ bezeichnet. Dieser Bremer gilt als Musterbeispiel für Langlebigkeit, Solidität und Verlässlichkeit. In 18 langen Fertigungsjahren hatte Mercedes-Benz von dieser Modellreihe mit der markant-eckigen kurzen Motorhaube annähernd eine Million Exemplare gefertigt. Mit längs eingebautem Frontmotor und Antrieb auf die Hinterachse knüpft der Sprinter an dieses erfolgreiche Konzept an.

Vier Gesamtgewichte, drei Motoren

Ebenfalls analog zu seinem Vorgänger gibt es den Sprinter am Beginn seiner Karriere mit vier Gesamtgewichten von 2,59 bis 4,6 Tonnen. Zu haben ist er als Kastenwagen, Kombi, Fahrgestell, Pritschenwagen und Doppelkabine und dies alles jeweils in drei Radständen, die geschlossenen Varianten zusätzlich in zwei Dachhöhen. Der besondere Schwerpunkt des Sprinter liegt dabei bei 3,5 Tonnen Gesamtgewicht, in zahlreichen europäischen Ländern eine wesentliche Grenze in puncto Führerschein und Verkehrsrecht.

Mercedes-Benz Sprinter Typ 208 D Kombi, 199

Mit drei verschiedenen Motoren geht der Sprinter an den Start. Im Mittelpunkt des Interesses steht der OM 602 DELA, ein Turbodiesel-Direkteinspritzer mit 2,9 Liter Hubraum und fünf Zylindern. Er erreicht mit seiner Leistung von 90 kW und einem Drehmomentmaximum von 280 Newtonmetern ein neues Spitzenniveau für solche Transporter. Verteiler-Einspritzpumpe, elektronische Regelung und Abgasrückführung sind die typischen Merkmale dieser Maschine. Diesem Motor zur Seite stehen ein bewährter und laufruhiger Vorkammer-Dieselmotor mit 58 kW aus 2,3 Liter Hubraum sowie ein spritziger Vierzylinder-Benziner mit ebenfalls 2,3 Liter Hubraum und 105 kW. Die Kraftübertragung erfolgt jeweils über ein neu entwickeltes, mechanisches Fünfgang-Schaltgetriebe auf die Hinterachse. Für jede Ausführung stehen mindestens zwei unterschiedliche Achsübersetzungen zur Wahl. Alternativ zum Schaltgetriebe folgt nach kurzer Zeit ein vollautomatisches Wandlergetriebe mit vier Schaltstufen.

Bis zu 160 km/h schnell fährt der neue Mercedes-Benz Transporter und macht damit nicht nur seinem Namen alle Ehre, sondern bringt zugleich die Reifenhersteller in Verlegenheit. Arg viele Pneus gibt es seinerzeit noch nicht, die den entsprechenden Speed-Index vorweisen können.

Höchste Sicherheitsstandards

Nicht nur hohe Leistung, auch höchste Sicherheit spielt beim Sprinter eine entscheidende Rolle. Von Beginn an hat der Sprinter Scheibenbremsen an allen Rädern. Es gibt das Anti-Blockier-System (ABS) und ein automatisches Bremsdifferenzial, in vielen Ländern serienmäßig. Hinzu kommt der – in Deutschland und vielen anderen Ländern ebenfalls serienmäßige – Fahrer-Airbag. Damit setzt der Mercedes-Benz Sprinter wie in vielen anderen Bereichen neue Maßstäbe in seiner Kategorie.

Höchste Sicherheitsstandards gehören von Anfang an zur Ausstattung des Transporters Sprinter

Neben der intensiven Weiterentwicklung von konventioneller Antriebstechnik bringen die Ingenieure in Verbindung mit dem Sprinter auch alternative Antriebe zur Serienreife. Bereits ein Jahr nach der Vorstellung des neuen Transporters gibt es ihn auch in der Variante 308 E Sprint mit Elektroantrieb. Der wassergekühlte Asynchronmotor mit
40 kW Leistung bezieht seine Energie aus wartungsfreien Blei-Gel-Batterien. Die Nennenergie von 29 kWh reicht für eine etwa 65 bis 80 km lange Fahrstrecke.

Erdgasantrieb auf Benzinerniveau

Zur gleichen Zeit sind die ersten NGT-Sprinter mit Erdgasantrieb (NGT = Natural Gas Technology) im Einsatz bei Kunden. Der Motor mit einer neuartigen sequenziellen Einblastechnik leistet 92 kW und steht in seinen Fahrleistungen dem konventionellen Benziner kaum nach. Mit den unterflur montierten Gasflaschen beläuft sich die Reichweite auf 200 bis 250 km. Im Frühjahr 1997 geht dieser Sprinter mit Erdgasantrieb in Serie, später kommen Varianten für Flüssiggas (auch Autogas oder LPG genannt) hinzu.

Ebenfalls schon 1997 bereichert eine erste Allradvariante die Sprinter-Modellpalette: Dieser Sprinter für schwierige Traktionsverhältnisse, wie bei Schnee oder auf einer Baustelle anzutreffen, verfügt über einen elektropneumatisch zuschaltbaren Frontantrieb, wahlweise auch über eine zusätzliche Gelände-Übersetzung sowie ein Sperrdifferenzial und ist zugunsten der Bodenfreiheit deutlich höhergelegt. Ein permanenter Allradantrieb folgt später.

Produktionsrekord im Jahr 2005

So kommt es, dass der Sprinter sich schnell aufmacht, den bewährten T1 zu überflügeln. Im Transporterwerk Düsseldorf, wo auch der T1 in seiner zweiten Lebenshälfte gefertigt wurde, plant Mercedes-Benz zunächst eine Tagesfertigung von 400 Sprintern in zwei Schichten. Jedoch pendelt sich die Jahresfertigung bereits nach wenigen Jahren auf einen Betrieb in drei Schichten mit mehr als 500 Transportern am Tag ein. Die Produktion entlang der Kapazitätsgrenze entwickelt sich für den Sprinter zum Normalfall. Zum Ende seiner Karriere erreicht der erste Sprinter im Jahr 2005 mit rund 150.000 Exemplaren sogar einen neuen Produktionsrekord – ein großes Kompliment für einen sehr ausgereiften Transporter in der Blüte seines Lebens. Zu verdanken ist dies dem maßgeschneiderten Konzept. Die zahlreichen Aufbau- und Gewichtsvarianten des Sprinter treffen bei den potenziellen Käufern ins Schwarze. Gleichzeitig überzeugt der Sprinter mit seiner souveränen Motorisierung. Zu den besonderen Merkmalen des Sprinter zählen überdies sein zeitlos-modernes Design ebenso wie das geräumige und besonders funktionell ausgestattete Fahrerhaus, dessen Einrichtung in Form und Material inzwischen fast Pkw-Niveau erreicht.

Modellgepflegt geht der Sprinter in die zweite Halbzeit

Mit dem Start seines zweiten Lebenszyklus wertet Mercedes-Benz zu Beginn des Jahres 2000 sowohl die Außenoptik als auch die Einrichtung des Fahrerhauses weiter auf. Eine tief heruntergezogene Motorhaube kennzeichnet den Sprinter jetzt, in die der Stern harmonisch hineinragt. Ein verlängerter Vorbau streckt die Silhouette. Neu gestaltete Scheinwerfer leuchten die Fahrbahn besser aus; die Bugschürze erhält zur einfacheren Reinigung der Frontscheibe zwei integrierte Auftritte.

Sowohl Exterieur als auch Interieur wertet Mercedes-Benz zu Beginn des Jahres 2000 deutlich auf

In der Kabine fällt vor allem die völlig neu gestaltete, geschwungene Instrumententafel auf. Sie erreicht in Form und Materialqualität Pkw-Niveau, besonders in den Varianten des Sprinter Kombi mit einer weichen und lederartigen Oberfläche („ Softlook“), die für die anderen Sprinter auf Wunsch zu bekommen ist. Neben zusätzlichen Komfortdetails wie Getränkehalter und Ablagen fällt vor allem der Schalthebel in Form eines Joysticks ins Auge. Er ragt griffgünstig aus der Mittelkonsole und erlaubt einen völlig freien Durchgang im Fahrerhaus.

Jetzt gehört im Sprinter zudem der Fahrer-Airbag zur Serienausstattung, der Beifahrer-Airbag ist auf Wunsch lieferbar, er schützt als Doppel-Airbag auch den Fahrgast auf dem inneren Platz einer Beifahrer-Doppelsitzbank. Alle Sitze des Sprinter sind nun mit Dreipunkt-Sicherheitsgurt ausgestattet, auch die mittleren Sitze im Fond des Kombi und der innere Sitz der Beifahrer-Doppelsitzbank. Der längere Vorbau verbessert die Crash-Sicherheit nochmals. Bald darauf sind auch Windowbags lieferbar. Scheinwerfer mit Reflektoren in Freiflächentechnik leuchten die Fahrbahn besser aus. Hinzu kommt eine neue Generation des ABS mit noch höherem Leistungsniveau. Damit verbunden ist die Weiterentwicklung des Automatischen Bremsdifferenzials zur Antriebs-Schlupfregelung.


Neue Generation von Dieselmotoren

Gleichzeitig fährt der Sprinter eine ganz neue Generation von Dieselmotoren sowie das automatisierte Getriebe Sprintshift auf. Die CDI-Motoren mit vier und fünf Zylindern sowie 2,15 und 2,7 Liter Hubraum verfügen über eine Leistungs-Spannweite von 60 kW bis 115 kW. Der kräftigste Motor bietet nicht nur den Leistungs-Spitzenwert seiner Klasse, er verfügt ebenfalls über ein seinerzeit beeindruckendes maximales Drehmoment von 330 Newtonmetern. Common-Rail-Einspritzung, Vierventiltechnik und in den höheren Leistungsstufen Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie stehen für modernste Technik. Mit Blick auf die Sicherheit ist die Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h begrenzt. Alternativ übernimmt jetzt Sprintshift die Kraftübertragung, ein automatisiertes Sechsgang-Schaltgetriebe mit elektrohydraulischer Schaltung und automatischer Kupplungsbetätigung.

Der Sprinter wächst zum Sechstonner heran

Zu Beginn des Jahres 2001 stockt Mercedes-Benz das Programm mit dem Sprinter 616 CDI deutlich auf. Es gibt ihn als Fahrgestell, Pritschenwagen und Doppelkabine mit 5,99 Tonnen Gesamtgewicht sowie abgelastet mit 5,0 Tonnen Gesamtgewicht. Gekennzeichnet durch einen geraden, durchlaufenden Rahmen, ohne die beim Sprinter sonst übliche Kröpfung von vorne bis hinten, und eine zwillingsbereifte Hinterachse mit hoher Tragfähigkeit und besonders breiter Spur, wendet sich das Spitzenmodell an Anwender, die auf hohe Nutzlasten für den Transport schwerer Güter angewiesen sind. Gut kommt bei den Kunden auch eine andere Art der Diversifikation des Sortiments an: maßgeschneiderte Branchenlösungen für Handwerk, Dienstleister und Kurierdienste, die in enger Zusammenarbeit mit spezialisierten Aufbauern entstehen.

Exakt 5,99 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht erreicht der 2001 gebrachte Sechstonner 616 CDI

Im Jahr 2002 erfährt der Sprinter eine weitere Aufwertung. Klarglas-Scheinwerfer und zweifarbig in Rot-Weiß gehaltene Rückleuchten unterstreichen die markante Linie des Transporters und verbessern die Funktionalität. Ein modifizierter Kühlergrill und weiße Seitenblinker runden das neue Erscheinungsbild ab.

Erst recht tut sich was unterm Blech. Da wären ein größerer Bremskraftverstärker sowie vor allem der – in Deutschland und vielen anderen Ländern – serienmäßige Einsatz des Elektronischen Stabilitäts-Programms ESP® in allen geschlossenen Varianten des Sprinter bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht – wieder eine Sicherheits-Premiere in dieser Fahrzeugklasse. Zwei Jahre später zählt ESP® auch bei allen Fahrgestellen des Sprinter bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht zum Serienumfang.

Karriere jenseits des großen Teichs

Längst erobert der Sprinter auch die Neue Welt. Seit 2002 hat sich der Sprinter in den USA und Kanada etabliert. Die nordamerikanische Konzernmarke Freightliner endmontiert und vertreibt ihn sowohl unter eigenem Namen als auch für die Marke Dodge. Längst ist der Sprinter in mehr als 100 Ländern der Erde unterwegs. So lässt sich der König von Tonga mit einem besonders edel ausgebauten Sprinter chauffieren, umrundet Extremsportler Hubert Schwarz mit Fahrrad und Unterstützung eines allradgetriebenen Sprinter die Erde.

Bei diesen Erfolgen nimmt es wenig Wunder, dass der Sprinter im Lauf seiner Karriere mit zahlreichen Preisen und Trophäen ausgezeichnet wird. Ob „Van of the year“, „Deutscher Nutzfahrzeugpreis“, in unterschiedlichen Ländern „Transporter des Jahres“ oder gleich mehrfach die Transporterwertung bei der Wahl „ Die besten Nutzfahrzeuge“ sowie in der Reisemobilvariante James Cook die Wertung zum „Reisemobil des Jahres“ – der Sprinter gehört zu den meistdekorierten Transportern aller Zeiten. Mit insgesamt fast 1,4 Millionen verkauften Fahrzeugen ist der Sprinter der ersten Generation von 1995 bis 2006 der Bestseller seiner Klasse in Europa geworden. Sein Ruf ist legendär.

Legendärer Ruf, würdiger Nachfolger

Die Erwartungen an den Nachfolger sind entsprechend groß. Der läutet denn auch bereits optisch eine neue Ära ein: emotionale und doch sachgerechte Gestaltung; ein Design das Form und Funktion vereint. Markentypisch sind Scheinwerfer und Kühllufteinlass gestaltet. Die dynamische Seitenlinie, körperhaft geformte Rückleuchten und das im unteren Bereich eingezogene Heck sind gleichfalls typische Merkmale der Marke Mercedes-Benz. Selbstbewusst trägt der neue Sprinter sein Markenzeichen, vorn auf einem skulpturhaft geformten Sockel, hinten zentral zwischen den Türen.

Allein aus unterschiedlichen Radständen, Längen, Höhen, Gewichten, Aufbau- und Motor- sowie Getriebekonfigurationen ergeben sich rund 1000 Grundmodelle. Der Sprinter steht in drei Radständen zur Verfügung, in vier Längen bei den geschlossenen Varianten, dazu mit Normaldach, Hochdach und dem neuen Superhochdach. Bemerkenswert ist die präzise Abstimmung der einzelnen Modelle, die sich nicht etwa auf Änderungen am Radstand beschränkt: Beim neuen Sprinter ergänzt bei jedem Modell ein passend abgestimmter Überhang den jeweiligen Radstand. Daraus ergeben sich neben den optischen Vorteilen gelungener Proportionen vor allem fahrdynamische Vorzüge und das Plus einer bei allen Varianten ausgewogenen Gewichtsverteilung.

Das Ladevolumen der geschlossenen Modelle beginnt bei 7,0 Kubikmetern und hört erst bei 17 Kubikmetern wieder auf. Den neuen Sprinter gibt es in drei Gesamtgewichtsklassen mit 3,0 Tonnen, 3,5 Tonnen und 5,0 Tonnen (mit Zwillingsbereifung). Dazu addieren sich zwei weitere Gesamtgewichte: 3,88 Tonnen als aufgelastete Variante des 3,5-Tonners und 4,6 Tonnen (mit Einzel- bzw. Zwillingsbereifung) als abgelastete Ausführung des 5,0-Tonners.

Serienausstattung von Format

Die Serienausstattung setzt den Maßstab in seiner Klasse: Neben vielen anderen Details sind jetzt elektrisch betätigte Fensterheber und eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung Standard, ebenso Fahrer-Airbag, Sechsganggetriebe, Weitwinkelspiegel, ADAPTIVE ESP®. Darüber hinaus überzeugt der Sprinter mit hochwertigen Materialien in sorgfältiger Verarbeitung. Das Lenkrad des Sprinter ist nun auf Wunsch in Höhe und Neigung verstellbar. Eine erweiterte Längsverstellung der Sitze und mehr Kopfraum schaffen nochmals mehr Bewegungsfreiheit. Das Interieur ist neu und anspruchsvoller denn je gestaltet, glänzt mit einer Vielzahl von Ablagen.

Gute Sicht nach hinten und damit Sicherheit vermitteln die neuen Außenspiegel mit zusätzlich integrierten Weitwinkelgläsern links wie rechts. Im Gehäuse der Spiegel sind die Seitenblinker mit großer Signalwirkung installiert. Weitere Arbeitshilfen für den Fahrer bieten Extras wie eine Zuziehhilfe für die Schiebetür, die elektrische Betätigung der Schiebetür und vor allem das innovative System Keyless Entry and Slide. Es unterstützt in erster Linie Fahrer von Paketdiensten, denen oft eine freie Hand zur Bedienung der Türen fehlt. Nähert sich der Fahrer, wird je nach Richtung die Fahrertür entriegelt oder die Schiebetür geöffnet. Entfernt sich der Fahrer von seinem Fahrzeug, verriegelt das System die Fahrertür oder schließt die Schiebetür.

Meilensteine bei der Motorisierung

Die Leistung der neuen Vierzylinder reicht von 70 bis 120 kW (95 bis 163 PS)

Mit seiner Motorisierung setzt der Sprinter erneut einen Meilenstein in der Transporterwelt. Die Basis bildet unverändert der CDI-Turbodieselmotor OM 646 mit vier Zylindern und 2,15 Liter Hubraum, jetzt in vier Leistungsstufen mit einer Spanne von 62 kW bis 110 kW lieferbar. Große Durchzugskraft bereits bei niedrigen Drehzahlen zählen neben hoher Wirtschaftlichkeit zu den Vorzügen der Motoren. Je nach Ausführung machen sie sogar mit einer zweistufigen Aufladung auf sich aufmerksam.

Neues Spitzentriebwerk unter den Dieseln ist der OM 642, ein V6-Zylinder mit 3,0 Liter Hubraum, einer Leistung von 135 kW und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm. Sind bereits die Vierzylinder für ihre moderne Technik bekannt, so erreicht der V6 mit Aluminium-Kurbelgehäuse, einer Ausgleichswelle und zwei oben liegenden Nockenwellen pro Zylinderbank ein nochmals gesteigertes Niveau. Alle Dieselmotoren sind schadstoffarm nach Euro 4 bzw. EU 4/III und verfügen serienmäßig über einen Partikelfilter.

Ölwechselintervalle einmal Erdumfang

Die Ölwechselintervalle von 40 000 Kilometern entsprechen einem kompletten Erdumfang. Sie lassen sich mit dem Wartungsrechner ASSYST je nach Einsatz noch weiter verlängern.

Eine neue Leistungsdimension für Transporter eröffnet im Sprinter der V6-Benzinmotor M 272: 190 kW aus 3,5 Liter Hubraum sprengen alle bisherigen Maßstäbe. Das Hightech-Triebwerk überzeugt neben seiner souveränen Leistungsentfaltung mit einer außergewöhnlichen Laufruhe. Die Kraftübertragung auf die Hinterachse übernimmt ein Fünfgang-Automatikgetriebe. Es ist auf Wunsch auch für die Dieselmotoren lieferbar. Diese sind serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe mit Joystick-Schaltung im Armaturenbrett gekoppelt. Bis zu drei wählbare Achsübersetzungen pro Modell erlauben eine feinstufige Anpassung des Sprinter an die jeweiligen Anforderungen.
Das Fahrwerk des Hecktrieblers wird der hohen Motorleistung und der großen Varianz zwischen leerem und beladenem Fahrzeug in jeder Weise gerecht. Kommt an der Vorderachse eine neue Querblattfeder aus GfK zum Einsatz, so finden an der Hinterachse neue Parabelfedern Verwendung.

ESP® neuester Generation Serie

Bei allen Modellen einschließlich der Fahrgestelle zählt ein Elektronisches Stabilitätsprogramm ESP® neuester Generation zum Serienumfang, das ADAPTIVE ESP®. Neben den bekannten Parametern verfügt es nun über eine Massen- und Schwerpunktermittlung. Damit und mit weiteren neuen Funktionen kann ADAPTIVE ESP® jetzt in kritischen Situationen bei Regeleingriffen noch feinfühliger und gezielter reagieren. Eine optionale Erweiterung von ADAPTIVE ESP® ist der Anfahrassistent AAS: Er verhindert ungewolltes Zurückrollen beim Anfahren am Berg während des Wechsels vom Brems- aufs Gaspedal.

Serienmäßig rollen alle Sprinter auf 40,64-cm-Rädern, Voraussetzung für Bremsscheiben mit größerem Durchmesser. Eine weitere Innovation ist die optionale Supersingle-Bereifung an der Hinterachse für die 4,6-Tonnen-Variante. Im Vergleich zu einer Zwillingsbereifung benötigen diese Reifen der Größe 285/65 R 16 C weniger Platz, sparen Gewicht und vergrößern beim Kastenwagen die Durchladebreite zwischen den Radkästen. Außerdem senken sie den Rollwiderstand.

Nochmals verbesserte Sicherheit

Die vorbildliche passive Sicherheit des Sprinter wurde mit Einführung des neuen Modells nochmals gesteigert. Zu jedem Sitzplatz gehörten nun Dreipunkt-Sicherheitsgurte und höhenverstellbare Kopfstützen sowie Gurtkraftbegrenzer, zusätzlich für Fahrer- und Beifahreraußensitz Gurtstraffer. Der Fahrerfront-Airbag ist Standard, wahlweise sind Beifahrerfront-Airbag, Thoraxbags und Windowbags zu bekommen.

Der Innenraum des neuen Sprinter von 2006 bietet Pkw-Niveau

Mercedes-Benz fertigt den Sprinter in den Werken Düsseldorf (Kasten und Kombi) sowie Ludwigsfelde bei Berlin (Pritschenwagen, Fahrgestelle). In beiden Werken wird größter Wert auf vorbildliche Verarbeitung und Langzeitqualität gelegt. Viele Elemente von Rahmen und Aufbau werden per Laser geschweißt, lasergelötet oder geklebt. Der Anteil verzinkter Bleche hat sich gegenüber dem Vormodell signifikant erhöht.

Sprinter 4×4 für maximale Traktion

Sprinter mit Allradantrieb, Fahraufnahme seitlich im Gelände

Auf der IAA-Nutzfahrzeuge 2006 zeigt Mercedes-Benz erstmals den neuen Sprinter 4×4 mit Allradantrieb. Er bietet hohe Traktion und Fahrstabilität auch unter ungünstigen Umständen. Der permanente Allradantrieb leitet die Kraft im normalen Fahrbetrieb im Verhältnis 35:65 an Vorder- und Hinterachse weiter. Statt mit mechanischen Differenzialsperren arbeitet der Allradantrieb mit dem Elektronischen Traktions-System 4ETS. Verlieren ein oder mehrere Räder die Traktion, werden sie automatisch in kurzen Intervallen abgebremst.

Gleichzeitig wird das Antriebsmoment auf das oder die Räder übertragen, die noch ausreichende Haftung haben. Der Sprinter 4×4 ist in allen Karosserie-, Längen- und Gewichtsvarianten lieferbar. Den Antrieb übernehmen Vier- und Sechszylinder-CDI-Motoren mit 80, 110 und 135 kW. Zur Wahl stehen das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe oder die Fünfgang-Wandler-Automatik.

Innovationen bei Alternativantrieben haben bei Mercedes-Benz und speziell beim Sprinter Tradition. Deshalb ist es nur logisch, dass die neue Sprinter-Palette im Frühjahr 2008 um den Sprinter NGT erweitert wird, den Sprinter mit Erdgasantrieb. Je nach Ausführung und Einsatz stehen Gastanks mit unterschiedlichem Volumen zur Wahl. Die Leistung des aufgeladenen Vierzylindermotors mit 1,8 Liter Hubraum beläuft sich auf 115 kW, das maximale Drehmoment auf 240 Nm. Der Sprinter NGT mit bivalentem Antrieb fährt sparsam, leise und abgasarm. Seine Betriebskosten liegen bis zu 30 Prozent unter denen eines Sprinter mit Dieselmotor. Mit Erdgas fährt der Sprinter zwischen 300 und 450 km weit, allemal ausreichend etwa für den Verteilerverkehr in den besonders umweltempfindlichen Ballungsgebieten.

Optionale Luftfederung an der Hinterachse

Es kommt 2008 zudem die Option auf eine Luftfederung statt der serienmäßigen Schraubenfederung an der Hinterachse. Das adaptive ESP® wird um ein adaptives Bremslicht erweitert, das als blinkendes Notbremssignal arbeitet. Die Bremslichter blinken für die Dauer des kritischen Bremsvorgangs anstatt zu leuchten. Als optionale Erweiterung bei den Schaltgetrieben gibt es den Anfahrassistenten (AAS)
Auch bei den alternativen Antrieben geht es voran: Mitte 2008 wird das im Werk Mannheim bestehende Kompetenzzentrum für emissionsfreie Fahrzeuge (KEN) zum Mercedes-Benz Erdgas Fertigungskompetenz-Center ausgebaut. Allein für den Sprinter sind 16 Erdgasvarianten abrufbar.

Im September tut sich auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover ein weiterer Blick in die Zukunft von Mercedes-Benz Vans auf: Herausragendes Exponat ist ein Sprinter Plug-In Hybrid mit einem Elektromotor zwischen Verbrennungsmotor und Automatikgetriebe. Unmittelbar nach der Hinterachse ist bei dieser Neuheit ein Satz Lithium-Ionen-Batterien untergebracht. Diese Batterietechnik halbiert bei vergleichbarer Kapazität das Gewicht gegenüber den vordem verwendeten Nickel-Metallhybrid-Batterien auf nur noch 175 Kilogramm.

Triebstrang aus einem Guss

Mit einer neuen Generation Dieselmotoren, mit neuen Schaltgetrieben und zahlreichen weiteren Features kommt der Sprinter schließlich 2009. Er ist sauberer, sparsamer und leistungsstärker denn je und erfüllt die Abgasnorm Euro 5. Kennzeichen der neu konstruierten Vierzylinder OM 651 sind eine langhubige Auslegung (für besonders gute Durchzugskraft), reduzierte Verdichtung, hochfester Motorblock aus Grauguss sowie ein Einspritzdruck von maximal 1800 bar. Ein einstufiger Turbolader mit variabler Geometrie beatmet die Basisversion mit 70 kW. Die stärkeren Varianten mit 95 und 120 kW kommen in den Genuss von zweistufiger Aufladung per Hochdruck- und Niederdruck-Turbolader, die jeweils mit einem Wastegate-Ventil bestückt sind. Die weiteren technischen Finessen zur Senkung der Schadstoffemissionen lauten: größerer Ladeluftkühler sowie Abgasrückführung.

Mercedes-Benz Sprinter Euro 5, Exterieur

Im Gegensatz zu den Vierzylindern bleiben die Grundfeste des Sechszylinders OM 642 erhalten, der für Euro 5 aber umfassend weiterentwickelt wird. 140 kW liefert der V6-Motor nun in Euro 5 als Spitzenmotorisierung für den Sprinter. Im Vergleich zu vorher sind das zwar nur rund drei Prozent mehr Leistung, aber damit einher geht ein um zehn Prozent erhöhtes Drehmoment – 440 statt 400 Nm.

Alle Sprinter-Motoren in Euro 5 können mit besonders hohem Drehmoment und somit beeindruckender Durchzugskraft dienen. Das harmoniert bestens mit dem neuen Sechsganggetriebe ECO Gear, das über einen besonders kurz übersetzten ersten sowie einen besonders lang übersetzten höchsten Gang verfügt. So lassen sich niedrige und damit spritsparende Drehzahlen bei schneller Fahrt realisieren, ohne dass das Anfahrvermögen am Berg zu leiden hätte. Ein knackig kurz übersetzter erster Gang unterstützt den Fahrer zudem beim Rangieren und macht Schleichfahrt ohne rutschende Kupplung möglich. Und so kann auch die kürzeste der bislang drei verschiedenen Hinterachsübersetzungen in der Serie entfallen – für Spezialanwendungen bietet sie das Werk weiterhin an.

Im Gegenzug sattelt Mercedes-Benz bei der Sicherheitsausstattung weiter drauf. ESP® Anhängerstabilisierung, adaptives Bremslicht, beheizter Weitwinkelspiegel, tiefere Position der Nebelscheinwerfer und ein Automatikgetriebe mit Anfahrassistent lauten die Funktionen, die nun zum umfangreichen Sicherheitspaket des Sprinter hinzustoßen.

Zwei-Millionen-Marke übersprungen

Damit setzt der Sprinter den Erfolgskurs weiterhin fort, den er vor 24 Jahren als Vorreiter der großen Produktoffensive eingeschlagen hat. Und auch einen Vergleich mit seinem äußerst erfolgreichen Vorgänger T1, in dessen große Fußstapfen er einst trat, braucht er beileibe nicht zu scheuen. Den hat er mit Siebenmeilenstiefeln überholt: Steht für den „Bremer“ annähernd eine Million Einheiten nach 18 Produktionsjahren zu Buche, so erreicht die erste Generation des Sprinter in nur elf Jahren Produktionszeit bis 2006 bereits die stolze Marke von 1,7 Millionen gefertigten Einheiten. Zusammen mit den mittlerweile weit mehr als 400 000 produzierten Fahrzeugen der zweiten Generation hat der Sprinter zu seinem 15-jährigen Jubiläum gar schon die Zwei-Millionen-Marke übersprungen.

Quelle: Daimler AG