Donnerstag, 18. Juli 2024

FIN / VIN: Die Fahrgestellnummer

Die ursprüngliche Fahrgestellnummer, abgelöst durch die international angeglichene Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) oder englisch VIN (Vehicle Identification Number) baut teils auf den Codes des MB-Typenschildes auf. Das Schema dieser Verschlüsselung wurde mehrfach geändert.

Die heutige FIN ist eine 17-stellige, genormte, Seriennummer die ein Kraftfahrzeug eindeutig identifizierbar macht. Es gibt zwei verschiedene Normen für die FIN. Hersteller in den Ländern der Europäischen Union verwenden die ISO-Norm 3779. Nordamerikanische Hersteller verwenden ein strengeres, aber mit der ISO-Norm konformes System. Genutzt werden dürfen nur die folgenden arabischen Ziffern sowie die lateinischen Großbuchstaben:

1234567890 ABCDEFGH JKLM P RSTUVWXYZ

Für die Verschlüsselung einer FIN wurden die Buchstaben I,O und Q aufgrund von Verwechslungsgefahr mit den Ziffern 0 und 1 gesperrt.

Mercedes-Benz nutzt nicht nur den Weltherstellercode (engl. World Manufactor Identifier) WDB, sondern auch W1K, W1N und WMX sowie unter DaimlerChrysler/Daimler AG WDC, WDD, WDF und WMX.

Beispiel einer Mercedes-Benz-Fahrgestellnummer

Nachfolgend zerlegen wir einmal die Fahrgestellnummer meines bereits verschrotteten Mercedes 190 2.0L, die nach dem Schema von 1983 – 1985 verschlüsselt wurde. 

vin schema

Das Vorangestellte WDB Weltherstellercode Deutschland (W) Daimler-Benz (DB).

201 ist die Baureihe W201, also unser 190er

0 steht für Benziner

24 steht für die Modellnummer, 2,0l Limousine

1 ist ein links gelenktes Fahrzeug

F gibt das Produktionswerk an, in diesem Fall Bremen

XXXXXX ist die sechsstellige, fortlaufende Produktions oder Baunummer

Erläuterungen

Nun können wir zumindest die Fahrgestellnummer aus unserem Beispiel lesen. Was aber bedeuten andere Codes? Nachfolgend findet ihr ein paar Hinweise zu anderen Fahrgestellnummern bzw. deren Codes bestehend aus 17 Zahlen bzw. Buchstaben:

13 / 46 7 / 8/ 10 / 11 / 1217

1-3 WDB:
Der dreistellige Code WDB ist der Weltherstellercode (WMI). Er setzt sich aus dem Land und dem Hersteller zusammen. Das W steht für Deutschland und DB für Daimler-Benz. Später wurde auch dieser Code geändert oder ergänzt, siehe Änderungen unten.

4-6 Baureihe:
Diese drei Zahlen geben die Baureihe an. Also z.b.: 201, 202, 124, 210, 126, 140 usw.

7 Kraftstoff, später Karosserievariante:
Hinter dem dritten Code versteckt sich die Kraftstoffart. 0 steht für Benziner und 1 für Diesel. Später wurde hier die Karosserievariante verschlüsselt:

0 Limousine
1 Limousine lang
2 T-Modell/Kombi (auch B-Klasse)
3 Coupe
4 Cabrio/Roadster
6 Fahrgestell für z. B. Leichenwagen / Krankenwagen
8 Pullmann / Stretchlimousine

8-9 Modellnummer:
Mit einer zweistelligen Zahl wird die Modellnummer verschlüsselt. 24 war z.b. mein 2.0L 190E, mein 500 SEC hatte z.b. die 44.

10 Rechts- / Linkslenker:
1= Linkslenker, 2= Rechtslenker

11 Produktionsort:
Ein Buchstabe für das Produktionswerk. 

A Sindelfingen (Tuscaloosa USA, wenn Fahrgestellnummer mit WDC oder W1N beginnt)
B Sindelfingen
C Sindelfingen
F Bremen
G Bremen
J Rastatt
N Ungarn
R Südafrika
T Karmann
W Mexico
X Graz

12-17 Seriennummer:
Fortlaufende sechsstellige Seriennummer

Änderungen & Ausnahmen

Mit der Umfirmierung von DaimlerChrysler/Daimler AG zur Mercedes-Benz AG im Jahr 2022 wird auch die Fahrgestellnummer für fast alle Pkw bezüglich des Weltherstellercodes geändert. 

Fahrzeuge die bisher mit einem WDD vom Band liefen erhalten künftig eine Fahrgestellnummer beginnend mit W1K. Andere Fahrzeuge die WDC oder aber WDB bekommen hätten, werden mit W1N ausgeliefert.

Nicht immer steht das „A“ des Produktionsortes für Sindelfingen. Handelt es sich um ein Fahrzeug mit einer Fahrgestellnummer beginnend mit WDC oder W1N steht das „A“ für das US-Werk in Tuscaloosa.

Titelbild: Mercedes-Benz AG 
Illustration: MB-Baureihen.de

Bildquellen

  • vin_schema: (C) MB-Baureihen.de
  • 14C309_027: © Mercedes-Benz AG

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