Mercedes SL: 70 Jahre “super leicht” von W 194 bis zum R 232

Mercedes SL: 70 Jahre “super leicht” von W 194 bis zum R 232

20. März 2022 Aus Von Marcel

Die beiden Buchstaben SL sind das weltbekannte Kennzeichen und die Auszeichnung einer einzigartigen Mercedes-Benz Sportwagentradition: Seit 70 Jahren steht das Kürzel für „Super-Leicht“ und damit für sportliches Autofahren – vom 300 SL Rennsportwagen (W 194) aus dem Jahr 1952 bis zum jüngsten SL der Baureihe 232 der Sportwagen- und Performancemarke Mercedes-AMG. Der Urvater W 194 bleibt dem Motorsport vorbehalten, doch damit transportiert er einen wichtigen Markenwert von Mercedes-Benz: Als ältester Luxusautomobilhersteller der Welt leistet sich die Marke in vielen Epochen Engagements im Motorsport – und ist dabei höchst erfolgreich. Ab dem Seriensportwagen 300 SL Coupé (W 198) sind dann Sportlichkeit, Luxus und Lifestyle die Attribute jedes SL.

Vorn: Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194) von 1952. Hinten, von rechts nach links: Mercedes-Benz 300 SL Coupé (W 198) von 1957, Mercedes-Benz 300 SL Roadster (W 198) von 1960, Mercedes-Benz 280 SL (W 113) „Pagode“ von 1970, Mercedes-Benz 350 SL (R 107) von 1971, Mercedes-Benz SL 600 (R 129) von 1995, Mercedes-Benz SL 55 AMG (R 230) von 2005, Mercedes-Benz SL 500 (R 231) Special Edition „Mille Miglia 417“ von 2015.

Alle Generationen dieser glanzvollen Ahnenreihe schreiben dabei ihre eigenen Kapitel in der ununterbrochenen Erfolgsgeschichte. Diese einzigartige Historie erzählt das Mercedes-Benz Museum mit der Sonderausstellung „Faszination SL – seit 70 Jahren ein Traumwagen“: www.mercedes-benz.com/sl-sonderausstellung. Die Ausstellung ist noch bis zum 9. Oktober 2022 im Collectionsraum 5 zu sehen und umfasst zehn SL-Sportwagen aus sieben Jahrzehnten, vom ältesten erhaltenen 300 SL Rennsportwagen (W 194) bis zum neuen Mercedes-AMG SL der Baureihe 232.

Baureihen 194 & 194/11

Mercedes-Benz 300 SL Rennsportwagen (W 194) von 1952 von Mercedes-Benz Classic. Exterieurfoto von links vorn mit geöffneten Flügeltüren.Am 12. März 1952 präsentiert Mercedes-Benz den 300 SL (W 194), ein reines Motorsportfahrzeug. Mit ihm gewinnt die Marke vier von fünf Rennen in der Saison: die Sportwagenrennen in Bern (Dreifachsieg) sowie auf dem Nürburgring (Vierfachsieg), die 24 Stunden von Le Mans (Doppelsieg) und die III. Carrera Panamericana in Mexico (Doppelsieg). Bei der Mille Miglia, sie ist der erste Renneinsatz damals, sind es die Plätze zwei und vier.

Für die Saison 1953 entsteht der Rennsportprototyp W 194/11. Wegen der Vorbereitungen für den Einstieg in die Formel 1 kommt er nicht mehr zum Einsatz, ist aber ein wichtiger Technikschritt auf dem Weg zu den Rennwagen (W 196 R) und Rennsportwagen (W 196 S) in den Jahren 1954 und 1955.

Baureihen 198

Mercedes-Benz 300 SL Rennsportprototyp (W 194/11) für die Saison 1953 von Mercedes-Benz Classic. Exterieurfoto von links vorn mit geöffneten Flügeltüren.Schnell werden Rufe nach einer Serienversion des erfolgreichen Rennfahrzeugs laut. Mercedes-Benz reagiert und präsentiert schon 1954 den Seriensportwagen 300 SL Coupé (W 198), den legendären „Flügeltürer“. Nur 1.400 Exemplare des begehrten Sportwagens mit den charakteristischen, wegen des Gitterrohrrahmens am Dach angeschlagenen Türen werden gebaut. Heute erreichen die Fahrzeuge Preise deutlich jenseits von einer Million Euro.

Zeitgleich mit dem „Flügeltürer“ stellt die Marke 1954 den Mercedes-Benz 190 SL vor, konzipiert als eleganter, offener Sportwagen. Neben dem Supersportwagen 300 SL ist der äußerlich ebenfalls sehr sportlich wirkende Roadster ein Fahrzeug mit umfassendem Komfort selbst für große Reisen bei hohen Reisegeschwindigkeiten.

1957 folgt der 300 SL Roadster (W 198) auf das „Gullwing“-Coupé. Wie sein Vorgänger ist auch dieses Fahrzeug auf Initiative des US-Importeurs Maximilian E. Hoffman entstanden. Technisch entspricht der Roadster weitgehend dem Coupé. Durch Modifikation der Seitenteile des Gitterrohrrahmens kann die Einstiegshöhe nun aber so weit reduziert werden, dass sich normale, vorn angeschlagene Türen realisieren lassen.

Baureihe 113

Mercedes-Benz 280 SL (W 113) „Pagode“, Baujahr 1970, von Mercedes-Benz Classic. Exterieurfoto von links vorn. 1963 löst der 230 SL (W 113) sowohl 300 SL Roadster wie auch 190 SL ab. Er überzeugt mit Sportlichkeit, Komfort sowie Sicherheit und ist seitdem wegweisend für die SL-Tradition.

Das optionale erhältliche Hardtop mit hohen Scheiben und dem von schmalen Säulen getragenen Dach erinnert durch seine nach innen gewölbte Form an asiatische Tempelbauten. Genau dieser Aspekt bringt der Baureihe 113 den liebevollen  Beinamen „Pagode“ ein.

Als die Produktion am 23. Februar 1971 nach 48.912 produzierten Fahrzeugen auslief, waren mehr als die Hälfte der Fahrzeuge außerhalb Deutschlands, insbesondere in die USA, verkauft worden.

Baureihe 107

Mercedes-Benz 350 SL (R 107), Baujahr 1971, von Mercedes-Benz Classic. Exterieurfoto von links vorn.Die SL der Baureihe R 107 haben im April 1971 Premiere. Der 350 SL ist der erste SL der Marke mit V8-Motor und das erste Modell der Baureihe R 107, die erstmals das Buchstabenkürzel „R“ für „Roadster“ trägt. 1974 folgt der 280 SL mit Sechszylindermotor, damit sind erstmals drei Motorisierungen im Programm.

Die Baureihe strahlt Eleganz und Solidität aus. Das Crashverhalten des offenen Zweisitzers ist seiner Zeit weit voraus.

Innovativ war auch das Verdeck: Leicht zu bedienen und das „schnellste“ aller Cabriolets und Roadster war das Verdeck des SL. Eine genial einfache Konstruktion, die auf jeden Automatismus verzichtet. In abgeklapptem Zustand verschwindet es, wie schon bei den Vorgängern, unter einer Abdeckung. Zum serienmäßigen Lieferumfang gehört auch das im Winterbetrieb zu empfehlende Hardtop-Dach, das sich mit wenigen Handgriffen umbauen lässt und dem Roadster das Aussehen eines Coupés verleiht.

Der R 107 wird 18 Jahre lang gebaut – ein Rekord.

Baureihe 129

Mercedes-Benz SL 600 (R 129), Baujahr 1995, von Mercedes-Benz Classic. Exterieurfoto von links vorn.Auf dem Genfer Auto-Salon des Jahres 1989 präsentiert Mercedes-Benz dann die nächste Generation, den SL der Baureihe R 129. Branchenprägend ist der automatische Überrollbügel, der selbst bei geschlossenem Hardtop innerhalb von nur 0,3 Sekunden hervorschnellt. Mit dem Fahrzeug trifft die Marke ins Schwarze: Schon bald ist die Produktionskapazität ausgelastet. Die Kunden nehmen teilweise mehrjährige Lieferfristen in Kauf. Legendär sind die Zwölfzylinder-Spitzenmodelle 600 SL/SL 600 (290 kW/394 PS) sowie SL 73 AMG mit 7,3-Liter-V12-Motor und 386 kW (525 PS).


Baureihe 230

Mercedes-Benz SL 55 AMG (R 230), Baujahr 2005, von Mercedes-Benz Classic. Exterieurfoto von links vorn.2001 hat die nächste SL-Generation mit dem internen Kürzel R 230 Premiere. Ihre auffälligste Neuerung ist das Variodach aus Stahl: Erstmals in der Geschichte des Mercedes-Benz SL ermöglicht es ein offenes Fahrzeug und ein Coupé in einem.

Das Design der Baureihe R 230 vereint über markante Details Tradition und Zukunft.

Der AMG Anteil wächst in dieser SL-Generation deutlich: Fast ein Drittel aller R 230 haben AMG Motoren. Die Spitze markiert der SL 65 AMG Black Series mit 493 kW (670 PS).

Am 30.11.2011 lief der letzte 230er vom Band. Mit etwas mehr als zehn Jahren Produktionszeit ist der R 230 eines der am längsten produzierten Fahrzeuge seiner Zeit.

Baureihe 231

Mercedes-Benz SL 500 (R 231) Special Edition „Mille Miglia 417“, Baujahr 2015, von Mercedes-Benz Classic. Exterieurfoto von links vorn.Im Januar des Jahres 2012 wird zum 60. Geburtstag des SL auf der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit die Baureihe R 231 präsentiert. Ein Schwerpunkt der Neukonstruktion liegt auf der Gewichtsreduzierung des Sportwagens über zahlreiche Maßnahmen.

Auf Wunsch erhältlich: Das Panorama-Variodach MAGIC SKY CONTROL. Auf Wunsch färbt sich bei dieser Neuentwicklung das transparente Glasdach sekundenschnell dunkel. So sorgt es, Schatten spendend und mit einzigartiger Lichtstimmung, für wohltuende Wellness-Atmosphäre im Innenraum.

Baureihe 232

Mercedes-AMG SL 63 4MATIC+ der Baureihe 232Der neue Mercedes-AMG SL (R 232) ist die jüngste Neuauflage einer Ikone. Die Sportwagen- und Performancemarke stellt ihn 2021 vor. Mit klassischem Stoffverdeck und sportlichem Charakter fügt er sich nahtlos in die glänzende Historie ein. Gleichzeitig ist der luxuriöse Roadster als 2+2-Sitzer besonders alltagstauglich und bringt seine Leistung erstmals mit Allradantrieb auf die Straße. Die umfangreiche Technologieausstattung umfasst Highlights wie beispielsweise das AMG ACTIVE RIDE CONTROL Fahrwerk mit aktiver Wankstabilisierung, eine Hinterachslenkung, die auf Wunsch erhältliche AMG Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage oder das serienmäßige DIGITAL LIGHT mit Projektionsfunktion. Als konsequentes Performance-Luxury-Modell hat Mercedes-AMG in Affalterbach den SL komplett eigenständig entwickelt. Den Auftakt zum Marktstart machen zwei Modelle mit AMG V8-Biturbomotor.

Quelle / Copyright der Fotos: Mercedes-Benz Group AG